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Marlin Köhler ist Deutscher Meister Drucken
Geschrieben von Jochen Maurer   
Sonntag, 30 März 2008
marlinkoehlerdeutschermeister-mitmed2.jpgMarlin Köhler aus der fünften Mannschaft von Astoria Walldorf ist neuer Deutscher Meister in der Disziplin 9-Ball der männlichen B-Jugend !
Bei den Titelkämpfen im nordhessischen Bad Wildungen setzte sich der gerade erst 16 Jahre alt gewordene Köhler gegen den Topfavoriten Manuel Ederer (BSV Dachau) mit 7:5 im Finale durch.
Damit gewann der Neu-Astorianer nicht nur seine erste DM-Medaille, sondern verbunden damit auch noch die Nominierung für die Europameisterschaften, die Anfang August in Willingen ausgetragen werden. Dabei hatte die DM für Köhler gar nicht so gut begonnen. Im Team-Wettbewerb stand sein Spiel doch auf sehr wackeligen Füßen und es kam zu einigen unnötigen - durch Nervösität bedingten - Fehlern. Trotzdem erreichten er und seine Team-Kollegen Dennis Rathmann, Christian Roller und Jerome Cezanne das Viertelfinale. In diesem kam jedoch das Aus gegen den BC Oberhausen.

Im 14/1-endlos spielte sich Köhler ebenso bis ins Viertelfinale vor, doch war auch hier Endstation gegen Oliver Lewin, der die Partie gleich mit einer Serie von 52 Bällen eröffnete und somit für eine frühzeitige Vorentscheidung sorgte.
Auch im 8-Ball spielte sich Marlin durch die Gewinnerrunde bis ins Viertelfinale vor. Gegen den späteren Sieger Axel Gerten hielt Köhler die Partie bis zum 4:4 offen, ehe ihm der letztendlich entscheidende Fehler unterlief, der zum Spielgewinn für Gerten führte.

Nach diesen drei fünften Plätzen wollte der während der DM 16 Jahre alt gewordene Astorianer im 9-Ball nun aber mehr. Entschlossen spielte er sich erneut durch die Siegerrunde bis ins Viertelfinale. Gegen Alexander Mathyska ließ er sich nicht von seinem Weg abbringen und sicherte sich durch ein 7:4 den Halbfinaleinzug. In diesem kam es zur Wiederauflage des hessischen Finals gegen den Bad Wildunger Ruslan Reimer. Zu Jahresbeginn hatte der Nordhesse noch die Nase vorn, doch diesmal agierte Köhler entschlossener und siegte schlussendlich mit 7:5.
Im Finale gegen den 14/1-Europameister Manuel Ederer ging Köhler als klarer Außenseiter ins Rennen. Ederer ging auch sogleich mit 3:0 in Führung, doch Köhler konterte seinerseits mit teils brillantem Spiel und ging mit 4:3 in Führung. Dann verschoss er im nächsten Spiel eine leichte Neun und das Blatt schien sich wieder zu wenden. Doch auch Ederer machte nun einige höchst vermeidbare Fehler und brachte den Walldorfer wieder zurück ins Rennen.
Dieser ließ sich nun die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, agierte erneut höchst konzentriert und lochte unter großem Jubel der hessischen Anhängerschar - darunter seiner Eltern - zum 7:5-Endstand ein.

Als nächstes großes Highlight steht somit die EM in Willingen auf dem Plan. Da anlässlich der 30-Jahr Feier der EPBF diesmal alle Konkurrenzen (sprich Damen, Herren, Senioren, Ladies, Rollstuhlfahrer, A-Jugend, B-Jugend, Mädchen) an einem Ort gespielt werden, wird dies ein Mega-Event mit insgesamt 56 Tischen werden. Sicherlich ein imposantes Bild.

Auch von Dennis Rathmann gibt es erfreuliches zu berichten. Zwar gelang ihm nicht der Sprung auf das Treppchen, doch spielte er sich mit konzentriertem und zuverlässigem Spiel in den Vordergrund. Im 14/1-endlos gelang ihm zunächst ein recht leichter Sieg, ehe er auf den späteren dreifachen (!) Titelträger Dominic Jentsch traf. Jentsch spielte in dieser Woche einfach überragend und ließ auch dem 17-jährigen Astorianer nicht viel Chancen. Somit musste Rathmann den Gang über die Verliererrunde antreten, doch auch diesen gestaltete er erfolgreich und zog unter die letzten Acht ein. 
Hier traf er auf Nikko Springer, der mit vielen kleinen Serien Rathmann den Schneid abkaufte. Dennis konnte leider nicht mehr zurückschlagen und musste sich mit Rang Fünf begnügen.

Im 8-Ball erwischte Rathmann eine Hammer-Auslosung. Gleich die erste Partie musste er gegen den Zweitliga-Spieler Ramazan Dincer bestreiten. Rathmann gelangen zwar seinerseits 3 An-Aus-Partien, doch Dincer legte deren Fünf nach. Hier war kein Kraut gewachsen und Dennis musste früh in die Verliererrunde. 
Nachdem ihm bei einem möglichen Sieg gegen Dincer der Titelverteidiger Stefan Nölle gedroht hätte,  erwischte er mit Marc Coutinho (Deutscher Meister 14/1 im letzten Jahr) keinen minder schweren Gegner. Die Partie wog hin und her und bei 5:4 sah Rathmann wie der Sieger aus. Ihm gelang nämlich der Ball der Meisterschaft, wenn nicht sogar seines Lebens. Manche redeten sogar vom besten Ball aller Zeiten.
Coutinho hatte Rathmann eine (fast) tödliche Sicherheit gelegt. Dennis musste über 3 Banden den Objektball treffen und selbst dies hätte vemutlich nicht zum Spielgewinn gereicht. Also überlegte Rathmann eine ganze Weile, ob es denn möglich sei, den Ball zu versenken. So tat er dies dann auch. Kurze Bande, extrem viel Kontereffet, lange Bande, lange Bande, Objektball, versenkt !
Der nächste Ball war nicht minder schwer, erforderte er doch erneut extremes Kontereffet, um die Acht vom letzten Ball des Gegner zu lösen. Auch dies gelang Rathmann und es blieb eine leichte Acht liegen. Völlig euphorisiert griff Rathmann auf links um anstatt auf Nummer sicher zu gehen und die nötige Brücke (Oma) zur Hilfe zu nehmen und rutschte ab.....
Coutinho kam zurück ins Spiel, machte das 5:5, das 6:5 und spielte dann auf die entscheidende Acht. Diese ließ er jedoch zur Überraschung aller klappern, was Rathmann wieder ins Spiel brachte. Er machte seinerseits das 6:6 und beendete per An-Aus-Partie die Begegnung.

In der nächsten Verliererrunde kam es zum Aufeinandertreffen mit dem nächsten Brocken, nämlich Nikko Springer. Dennis spielte höchst konzentriert und gewann die Partie mit 7:3.
Um den Einzug ins Viertelfinale wartete ein vermeintlich "leichteres" Los. Das Spiel gegen Kim Wirth war am Anfang dann auch eine enge Partie, doch dann konnte sich Rathmann entscheidend absetzen und mit 7:2 ins Viertelfinale einziehen.
Hier wartete mit Marcel Spann der nächste ehemalige Deutsche Meister. Dennis war also wirklich nicht vom Glück gesegnet. Und die vergangenen Partien hatten viel Kraft gekostet. So kam es wie es kommen musste, Rathmann machte zwei bis drei kleinere Fehler, die letztlich die Partie zu Gunsten von Spann entschieden. Für Rathmann sprang also erneut "nur" der fünfte Platz heraus.

Da die HPBJ aber auch in diesem Jahr einem Sportler die Möglichkeit geben wollte, per Wildcard an der EM teilzunehmen, entschied sich der Vorstand aufgrund der gezeigten Leistungen für Dennis Rathmann.
Somit werden also zwei Astorianer an der Mega-EM in Willingen teilnehmen. Beide werden in den Disziplinen 8-Ball und 9-Ball antreten.

Herzlichen Glückwunsch, Marlin und Dennis !!
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 11 April 2008 )
 
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